Instrumente und Besetzung:


Der Spielmannszug Wesendorf verfügt über ein sehr vielseitiges Instrumentarium und ist ständig dabei seinen Klangkörper zu verbessern. Neben den normalen Spielmanns Flöten der Firma Sandner, in Diskant, Sopran, Alt und Tenor, kommen seit Mitte der neunziger Jahre immer mehr Pikkolo - und Böhmflöten zum Einsatz. Bei den Schlagzeugern gehören neben kleiner (Snare) - und großer Trommel, sowie Becken (Cymbals) und Lyra, mittlerweile auch Kesselpauken, Marimbaphon und alle möglichen Rhytmusinstrumente (Percussion) zum Inventar. Dieses alles wird genutzt um die Möglichkeiten der Modernen Spielmannszug Musik voll ausschöpfen zu können.



Die Flöten:


Die Sopranflöte:


Mit der Sopranflöte kommt zunächst jeder in Berührung, der bei uns anfängt Flöte zu spielen, denn sie ist am optimalsten, aufgrund ihrer Größe, für die Kids geeignet. Auch die Tonerzeugung fällt den Anfängern auf der Sopranflöte am einfachsten.

Die Sopranflöte ist ca. 30 cm lang. Durch diesen relativ kurzen Resonanzraum bekommt die Flöte ihren charakteristischen, hohen Klang. Meistens spielen wir mit in C gestimmten Sopranflöten, nur beim Marschieren oder dem zusammenspiel mit den Blechbläsern, kommen Ces-Flöten zum Einsatz.


Sopranflöte 1:


In der traditionellen Marschmusik spielt die 1. Sopranflöte überwiegend die Meldodiestimme. Bei konzertanter Musik kommt es nicht selten vor, dass die 1. Stimme auch häufiger die Begleitstimme übernimmt.

Zur Zeit sind 10 aktive Spielleute in der 1. Stimme.


Die erste Sopran Stimme 2009: v.l.hinten:  K. Ahne, D. Grühl, E. Fromhage, M. Grühl, M. Hölscher. Vordere Reihe: U. Burghardt, N. Renner, C. Bührig, A. Weichsel, T. Welk

Sopranflöte II:


Die 2. Sopranstimme spielt dasselbe Instrument wie die 1. Sopranflöte. Der einzige Unterschied zur 1. Stimme ergibt sich aus den Noten. So unterstützt die 2. Stimme häufig die 1. Stimme in der Melodie, allerdings in einer anderen Tonlage. Dadurch ergibt sich ein harmonisch voller Klang. Häufiger als die 1. Stimme übernimmt die 2. Stimme auch mal die rhythmische Begleitung. Die 2. Stimme besteht aktuell aus 9 aktiven Spielleuten.



Die zweite und dritte Sopran Stimme 2009: v.l. N. Kaulbarsch, E. Cordes, D. Hölscher, S. Renner, M. Heinecke, J. Renner, I. Schenk. Es fehlen T. Krüger.

Sopranflöte III:


Die 3. Sopranstimme spielt, wie der Name schon besagt, ebenfalls dasselbe Instrument. Die Stimme sorgt dafür, dass bei Melodie Passagen der Akkord gefüllt wird und so ein tiefer, warmer Klang entsteht. Sie ist nicht bei allen Musikstücken besetzt - die Musiker unterstützen in dem fall die 2. Sopranstimme.Die 3. Stimme besteht aktuell aus 3 aktiven Spielleuten. Bild siehe Sopran 2.


Altflöte:


Die Altflöte funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der Sopranflöte und hat die gleiche Griffweise. Allerdings ergibt sich durch ihren längeren Resonanzraum eine tiefere Grundstimmung. Gestimmt ist die Altflöte in F, bzw. in Fes beim zusammenspiel mit Blasinstrumenten. Das Einsatzgebiet der Altflöte ist vielseitig. Neben Gegenstimmen zur Melodie, rhytmischer und harmonischer Begleitung übernimmt die Altstimme, vor allem bei Konzertstücken, gelegentlich auch mal die Melodie. Bei manchen Stücken ist die Altstimme, wie die Sopranstimmen I - III, in bis zu 3 Unterstimmen unterteilt. Bei neueren Musikstücken werden statt der Altflöte auch zunehmend Boehmflöten (siehe unten) eingesetzt.Aktuell zählt die Altstimme 13 aktive Mitglieder.




Die Altstimme 2009: v.l. Tobi Cors,  Micha Driesner, A. Welk,  Atze Koch, Viki Bührig, "Emmie" Meyer,M. Drögemüller,  Matze Hopp,  A. Cordes, C. Krüger.

Tenorflöte:


Die Tenorflöte ist die längste Klappenlose Flöte. Aufgrund ihres sehr langen Resonanzraumes liegt die Stimmung der Tenorflöte eine Oktave unter der, der Sopranflöte. Sie ist also auch in C bzw. Ces bei Blasmusikbesetzung gestimmt.

Die Einsatzmöglichkeit der Tenorflöte ist völlig unterschiedlich. Mal hört man sie als rhytmische oder harmonische Begleitung, mal auch als Melodieführung in den unteren Lagen. Bei vielen Stücken ist die Tenorflöte in bis zu 3 Stimmen unterteilt, um eine harmonische Fülle zu erreichen.

vier aktive Spielleute musizieren zur Zeit in der Tenorstimme.



Die Tenorstimme 2009: v.l. J. Rosse,  K. Koch, N. Burghardt, M. Kirmis.



Die Boehmflöte:




Die heute eingesetzte Boehmflöte besteht aus drei Teilen: dem Kopf, dem Mittelstück und dem Fuß. Alle Klappen befinden sich auf dem Mittel- und Fußstück. Alles in allem besteht das Instrument aus mehr als 150 Einzelteilen. Jede Flöte verfügt über 16 Tonlöcher, auf die jeweils ein sogenannter Kamin aufgesetzt ist. Für eine Silberflöte ergibt sich ein Gewicht von ca. 400 Gramm. Die Boehmflote wird bei uns, wie die Alt- und Tenorflöte zur Untermalung der Melodiestimme eingesetzt und von den Tenorflötisten und den Altflötern der II. und III. Alt Stimme genutzt um eine bessere Tonreinheit zu erzielen und einen weicheren und volleren Klang zu erzeugen. Derzeit haben wir 14 Boehmflöten und eine Alt- Flöte im Einsatz.



Böhmflöten im Einsatz während der Deutschen Meisterschaft 2006.




Das Schlagwerk:

Wie in der Einführung bereits erwähnt, verfügt die Schlagzeug Gruppe über eine Vielzahl verschiedener Instrumente mit denen verschiedenste Klangbilder ermöglicht werden können. Das bekannteste Klangbild bei Spielmannszügen besteht wohl derzeit, bei den Märschen, aus dem Zusammenspiel von kleiner Trommel, großer Trommel, dem Becken und der Lyra. Dieses kann aber, je nach Anforderung des Musikstückes, durch Kesselpauken, Percussions sowie Marimbaphon ergänzt werden. Daraus ergibt sich, dass die meisten Musiker in dieser Gruppe mehrere Instrumente beherrschen müssen.


Die Schlagwerk Gruppe besteht derzeit aus 13 Aktiven Musikern.



Die Kleine Trommel (Snare):

Traditionsgemäß ist die Kleine Trommel das Symbol der Spielleute und jeder Neuanfänger wird zunächst gründlich hierauf Ausgebildet. Im Spielmannszug hat sie jedoch, im Gegensatz zu anderen Musikgruppen, neben der rein rhythmischen Funktion noch Klangfüllende Aufgaben.


Die Große Trommel :

Die Bedeutung der Großen Trommel im Spielmannszug liegt nicht allein im rhythmischen, sondern auch im klanglichen Bereich. Sie ist neben den Kesselpauken das einzige Instrument, das tiefe Töne spielen kann. Die Große Trommel ist zwar nicht auf einen bestimmten Ton genau einstimmbar, aber ihr tiefer Klang vermittelt den Eindruck einer größeren Klangfülle. Zudem bestimmt sie das Spieltempo.



Die Trommler 2009: v. l. N. Drögemüller, St. Müller, T. Gefeller, D. Pröve, N. Weichsel, S. Richter, H. Röseler, A. Berg, U. Beinhorn, P. Kloppenburg. Es fehlt S. Kroll, J.P Hauk, D. Ulrich. 

Der Schellenbaum des Spielmannszuges:           


Ein Überbleibsel aus der osmanisch- türkischen Tradition der Militärmusik ist, genau wie die Triangel, die Becken, große und kleine Trommel sowie Tamburin, der Schellenbaum. Dieser dient seit gut 200 Jahren der deutschen Militär- und Spielmannsmusik sozusagen als Wahrzeichen. Seine türkische Herkunft erkennt man heute noch am Halbmond, an dem Prunkvolle, Rossschweife angebracht sind, die einstmals das Zeichen der würde des Paschas waren.

Die am Schellenbaum angebrachten Glöcklein erinnern daran, dass der Schellenbaum ursprünglich in der im 17. Jahrhundert als Janitscharenmusik bekannt gewordenen türkischen Militärmusik als Lärm- und Rhythmusinstrument gedient hat; der Lärm sollte den Gegner demoralisieren und in Angst und Schrecken versetzen.

Die heute übliche Form zeigt von oben nach unten den preußischen Adler, der im Schnabel mit einer Kette als Wappenflagge das Wappen des Spielmannszuges auf grünen Grund darstellt. Es folgt ein reichziselierter Stangenteil, dann der preußische Gardestern, darunter der nach oben gebogene Halbmond. An diesem sind Sterne und kleine klingende Glöckchen angebracht. An den beiden Enden des Halbmondes sind lange Rossschweife- in den Parademaschierfarben grün und weiß des Spielmannszuges- angebracht. Den Abschluss unseres Schellenbaumes bildet eine große Glocke, die am unteren ende wiederum kleine klingende Glöckchen und Sterne trägt.

Während die Großglocke in früheren Zeiten den Kopf des Janitscharen-Schellenbaumes bildete und tönend war, ist sie jetzt größer ausgeführt, als dessen Basis. Der Schellenbaum des Spielmannszuges der Schützengesellschaft Wesendorf wurde im Mai 2004, von begeisterten Musikern und Förderern des Spielmannszuges, angeschafft. Er wird bei repräsentativen Auftritten des Spielmanszuges, bei allen Schützenausmärschen und dem Großen Zapfenstreich mitgeführt.



Der Schellenbaum beim Schützenfest 2009 wird getragen von: v.l. H. Reinsch, M. Wesner, H. Malik, D. Ulrich. Es fehlen A. Schnabel, J. Fromhage